Über uns

Positionspapier des Marxloher Bündnis
zu den Formen des Widerstandes  gegen die geplanten
rechtsextremistischen Aufmärsche am 27. und 28. März 2010.
 

Ausgangspunkt des Aufrufes zur Reaktivierung des Marxloher Bündnis sind die menschenverachtenden Parolen der rechtsextremen Gruppen, die sich gegen das Zusammenleben von Menschen vieler Nationen in unserem Stadtteil wenden. Denn was anderes heißt die Parole von PRO-NRW ‚Abendland in Christenhand’ und der NPD ‚Niemals deutsches Land in Moslem-Hand’ als eine Aufforderung zur Vertreibung.  Wie sollen sich die 60% unserer Mitbürger mit Migrationshintergrund bei solchen Provokationen fühlen? Hier wird Menschenrecht mit Füßen getreten und man mag es fast kaum glauben, dass solcher Ungeist nach den traumatischen Erfahrungen der Nazizeit noch in irgendwelchen Köpfen Platz hat.

Die Empörung war massiv und hat dazu geführt, dass wir uns dagegen wehren wollen. Die Formen des Widerstandes können und sollen vielfältig und bunt sein und sollen so sein, dass jeder und jede eine Rolle darin finden kann. Und wir wollen niemanden und keine Protestform ausschließen.

Das wichtigste Ziel ist es zu zeigen, dass hier kein Platz ist für solche rechtsextremen Gedanken. Dazu müssen wir versuchen, die Ängste von uns allen vor derartigen Bedrohungen offen auszusprechen und durch eine machtvolle Gesamtaktion von Tausenden, die sich quer stellen, zu überwinden. Deshalb haben wir uns am 1.2.2010 auf das klare Motto: „Marxloh stellt sich quer“ geeinigt. Und wir wollen möglichst viele Menschen von außen motivieren, uns dabei zu helfen.

Aus Sicht des Marxloher Bündnis heißt sich querstellen, Protest der Zivilgesellschaft, die sich mit aller Kraft dem Ungeist entgegen stellt.  Wir halten Widerstand für notwendig und legitim, da unsere staatlichen Institutionen uns den Schutz  der Menschenrechte offensichtlich nicht gewährleisten können oder wollen. Das bedauern wir sehr.

Um uns mit den Möglichkeiten und Notwendigkeiten  des Widerstands auseinander zu setzten, haben wir drei Personen eingeladen, die uns ihre Erfahrungen mit dem Widerstand gegen solche rechtsextremen Aufmärsche berichten sollen und für uns zur Diskussion zur Verfügung stehen.

Alexander Häusler  von der „Arbeitsstelle Neonazismus“ der Fachhochschule Düsseldorf wird uns am 22.2.2010 über PRO-NRW berichten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Aus Erfurt hat Herr Oberkirchenrat a.D. Peter Zimmermann vom Jenaer Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus zugesagt. Er wird uns am 4.3.2010 berichten.

Und als Dritter hat Herr Pfarrer Meurer aus Köln, der die erfolgreiche Aktion „Köln stellt sich quer“ mit getragen hat, zugesagt, uns zu unterstützen und auch zu kommen.

Wir denken, dass dieser Prozess der Auseinandersetzung für uns alle erforderlich ist, denn jeder muss schließlich für sich eine Gewissensentscheidung fällen, wie er sich  in einer politischen Aktion Gleichgesinnter verhalten will.

Zur Information hängen wir den von P. Zimmermann  in Zusammenarbeit mit dem Jenaer Aktionsnetzwerk veröffentlichten Text zum Thema Zivilcourage an. (s.a.  www.aktionsnetzwerk.de )

 

Denkt bitte immer an unser Ziel: „Marxloh stellt sich quer“ und nur gemeinsam sind wir stark. Wir wollen zusammen-arbeiten und uns nicht auseinander-dividieren lassen.