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Bitte sendet uns eure konstruktive Kritik unter dem Motto: »Was müssen wir beim nächsten Mal besser machen« zu.

Vielleicht habt ihr ja auch »Ideen zu einer weiteren Zusammenarbeit« mit gemeinsamen Zielen.

Diese Beiträge werden dann an dieser Stelle erscheinen. Damit beginnen wir hiermit!

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Karfreitag, 2010
Liebe Aktive, Freunde und Freundlinnen des Marxloher Bündnisses,

wie einige von Euch wissen, arbeite  ich während der Woche im Westerwald und komme zum Wochenende nach Hause. Und - was ich nicht gedacht hätte, an diesem Wochenende fehlt mir etwas in unserem Stadtteil. Ich kann noch nicht genau sagen was es ist, doch irgendwie vermisse ich die Stimmung des gemeinsamen Aufbrechens, obwohl doch der Frühling ganz deutlich seine Kraft entfaltet. Gestern, am Gründonnerstag bin ich mit dem Auto durch Marxloh gefahren und bis auf einige ganz wenige rosa Aufkleber habe ich überhaupt keine Spur mehr von unserem letzten Wochenende gesehen: alles war aufgeräumt und weggeräumt. Die Zelte auf dem Parkplatz vor der Moschee waren noch ein tröstliches Zeichen, doch im Abbau begriffen. Und dabei haben wir doch Spuren hinterlassen! 

Um es einmal ganz deutlich zu machen: durch unsere gemeinsamen Aktivitäten mit dem klaren Ziel vor Augen haben sich nette Menschen unter einander kennengelernt und sind durch die zu bewältigende Arbeit aneinander gerückt. Eine deutliche Steigerung von Lebensqualität, wie ich finde. Zum anderen habe ich während des sonntäglichen Aktionstages am 28.03.2010 rund um die Moschee einen Ort des Auftankens von Kraft gespürt. Und ich behaupte, dass dies vielen Menschen so gegangen ist. Ein eindeutiges Pro lag in der Luft, welches umso eindeutiger ist, wenn die Abgrenzung zu dem Nichtgewollten klar konturiert ist. 
Ich finde es schade, wenn sich jetzt untereinander zerfleischt wird darüber wie z.B. die Polizeieinsätze im Nachhinein eingeschätzt werden, statt sich auf das Positive zu konzentrieren. In konzentrieren steckt zentrieren - in die Mitte stellen. Brachiale Polizeieinsätze gab es und wird es immer wieder geben, wenn Menschen klar definierte Spielregeln verlassen. (Siehe hierzu das von der Polizei herausgegebene Heftchen vor unseren Aktionstagen.) Die Polizeipräsenz als Demonstration von Macht und Ordnung, als Beschützer von bürgerlichem Recht und Besitz wie z.B. AKWs oder mieterfreien Immobilien zwecks gewinnträchtigem Verkauf und in unserem Fall als Beschützer von nicht verbotenen Gruppierungen mit faschistischen und menschenverachtender Gesinnung habe ich immer wieder als Kraft raubend und verletzend erlebt. Das ist so. Und ich finde, da das so ist, möchte ich mich lieber Kraft gebenden Menschen und Ereignissen zuwenden. 
Und führen wir uns vor Augen: wir sind am 27.03. zum Bahnhof gefahren, um gegen die Nazis zu demonstrieren. 
Und ehrlich gesagt, die Polizei hat mich eigentlich wenig nicht interessiert, außer mir anzuschauen, wie sie arbeiten. Bitte, und wenn nach der dritten Aufforderung die Straße zu räumen, dann ein machtdemonstrativer Ausfallschritt von Seiten der Ordnungsmacht unternommen wird, um unsere Leute entsprechend dahin zu "dirigieren", wo sie hinsollen, leider mit Pfefferspray und überzogenen Geknurre, dann fangen wir doch nicht an zu weinen. Das ist doch klar, dass die Polizei sich so verhält. Was im Nachhinein mit der geschädigten türkischen Familie geschehen ist, kann ich insofern nur beurteilen, dass es sich hier um einen sicherlich nicht zu rechtfertigenden Machtmissbrauch von Seiten der Staatsgewalt handelt.

Und bitte lasst uns nicht in eine jammernde Opferrolle verfallen: wir die Guten, die Polizei die Bösen. Also, ich bin wegen der Nazis und Menschenverachter auf die Straße gegangen. Dazu gehören auch die grauen Wölfe, die ich leider nicht identifizieren konnte, da sie mir nicht bekannt waren. Die Fahne der Gruppe hat mich gewundert, doch als faschistische Gruppierung  konnte ich sie nicht ausmachen. Hier brauche ich Aufklärungsunterricht von Kundigen.

Darüber hinaus fände ich es schade, wenn wir keine weiteren Spuren in unserem Stadtteil hinterlassen würden. Dabei denke ich an das Beibehalten des Treffens, um sich über die Aktivitäten in den verschiedenen Interessensgruppen auszutauschen und um in Kontakt zu bleiben. Locker, mit Freude und Spaß - vielleicht ein gemeinsames abendliches Essen, um dem Austausch einen anderen Rahmen zu geben. Weg von Arbeit, die haben wir genug, hin zu Freude und Genuss. Dabei fällt mir der Duft von Rosen ein ...  Und bitte nicht nur wenn Marxloh in Not ist! Nur aus dem Widerstand die entscheidende Lebensqualität zu ziehen, erachte ich perspektivisch als zu eng und wenig nährend. Wir brauchen das Für als Quelle der Kraft und Inspiration für die Umsetzung unserer Bedürfnisse und Herzensanliegen. Jetzt, heute spürbar und lebbar. Unser irdisches Leben ist begrenzt und damit unsere Zeit. Hier und jetzt in Marxloh die Lebensqualität zu steigern, das wäre toll. Wer mitmachen will, ist eingeladen.
Mit dem gemeinsamen Ziel wie Hand in Hand gegen Rassismus: z.B. ein gemeinsames Herbstfest aller Demokraten und den muslimischen, christlichen und jüdischen Gemeinden in Duisburg. Das fände ich toll, mit allen zusammen auf ein großes Fest hinzuleben, auf dem jede Gruppe und Gemeinde sich und die Früchte ihre Arbeit darstellen kann und gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen angeboten werden. Das wesentliche Ziel ist, dass Menschen sich kennenlernen, Ressentiments abgebaut, Fragen gestellt werden dürfen und Verbindendes und Trennendes erlebt wird. Andere Meinungen und Denkansätze aushalten, Demokratie lernen - ohne den Verlust der eigenen Identität zu befürchten. Ein anstrengender Prozess, der Spuren hinterlässt.

Positive Spuren zu hinterlassen, wie z.B. die Aktiven aus dem Medienbunker mit ihrem "made in Marxloh" oder andere Kreative, erachte ich für unser Marxloh und damit für unsere Lebensqualität als entscheidend wichtig. Ich finde als 100 prozentige "made in Marxloh" Frau, können wir auf uns stolz sein, und selbstbewusst mit unserem Stadtteil umgehen. Wir sind kein Ghetto und kein Tummelplatz für rechte Gruppen: ob deutsch-, türkisch- oder andersstämmig, hier gibt es viele Probleme und haarsträubende Verhältnisse. Stimmt - auch. Hier gibt es tolle Menschen, die realistisch, tatkräftig und kreativ innerhalb kurzer Zeit ein riesengroßes Pensum an Arbeit und Mobilisierung geschafft haben. Bravo und danke. Und darauf können alle Aktiven und Freunde des Marxloher Bündnisses super stolz sein.
Auf das wir noch weitere Spuren hinterlassen - für Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie. 

Mit österlichen Grüßen

Margarete Wösthoff
Karfreitag, 2010

Liebe Aktive, Freunde und Freundlinnen des Marxloher Bündnisses,



wie einige von Euch wissen, arbeite  ich während der Woche im Westerwald und komme zum Wochenende nach Hause. Und - was ich nicht gedacht hätte, an diesem Wochenende fehlt mir etwas in unserem Stadtteil. Ich kann noch nicht genau sagen was es ist, doch irgendwie vermisse ich die Stimmung des gemeinsamen Aufbrechens, obwohl doch der Frühling ganz deutlich seine Kraft entfaltet. Gestern, am Gründonnerstag bin ich mit dem Auto durch Marxloh gefahren und bis auf einige ganz wenige rosa Aufkleber habe ich überhaupt keine Spur mehr von unserem letzten Wochenende gesehen: alles war aufgeräumt und weggeräumt. Die Zelte auf dem Parkplatz vor der Moschee waren noch ein tröstliches Zeichen, doch im Abbau begriffen. Und dabei haben wir doch Spuren hinterlassen! 



Um es einmal ganz deutlich zu machen: durch unsere gemeinsamen Aktivitäten mit dem klaren Ziel vor Augen haben sich nette Menschen unter einander kennengelernt und sind durch die zu bewältigende Arbeit aneinander gerückt. Eine deutliche Steigerung von Lebensqualität, wie ich finde. Zum anderen habe ich während des sonntäglichen Aktionstages am 28.03.2010 rund um die Moschee einen Ort des Auftankens von Kraft gespürt. Und ich behaupte, dass dies vielen Menschen so gegangen ist. Ein eindeutiges Pro lag in der Luft, welches umso eindeutiger ist, wenn die Abgrenzung zu dem Nichtgewollten klar konturiert ist.

Ich finde es schade, wenn sich jetzt untereinander zerfleischt wird darüber wie z.B. die Polizeieinsätze im Nachhinein eingeschätzt werden, statt sich auf das Positive zu konzentrieren. In konzentrieren steckt zentrieren - in die Mitte stellen. Brachiale Polizeieinsätze gab es und wird es immer wieder geben, wenn Menschen klar definierte Spielregeln verlassen. (Siehe hierzu das von der Polizei herausgegebene Heftchen vor unseren Aktionstagen.) Die Polizeipräsenz als Demonstration von Macht und Ordnung, als Beschützer von bürgerlichem Recht und Besitz wie z.B. AKWs oder mieterfreien Immobilien zwecks gewinnträchtigem Verkauf und in unserem Fall als Beschützer von nicht verbotenen Gruppierungen mit faschistischen und menschenverachtender Gesinnung habe ich immer wieder als Kraft raubend und verletzend erlebt. Das ist so. Und ich finde, da das so ist, möchte ich mich lieber Kraft gebenden Menschen und Ereignissen zuwenden. 

Und führen wir uns vor Augen: wir sind am 27.03. zum Bahnhof gefahren, um gegen die Nazis zu demonstrieren. 


Und ehrlich gesagt, die Polizei hat mich eigentlich wenig nicht interessiert, außer mir anzuschauen, wie sie arbeiten. Bitte, und wenn nach der dritten Aufforderung die Straße zu räumen, dann ein machtdemonstrativer Ausfallschritt von Seiten der Ordnungsmacht unternommen wird, um unsere Leute entsprechend dahin zu "dirigieren", wo sie hinsollen, leider mit Pfefferspray und überzogenen Geknurre, dann fangen wir doch nicht an zu weinen. Das ist doch klar, dass die Polizei sich so verhält. Was im Nachhinein mit der geschädigten türkischen Familie geschehen ist, kann ich insofern nur beurteilen, dass es sich hier um einen sicherlich nicht zu rechtfertigenden Machtmissbrauch von Seiten der Staatsgewalt handelt.



Und bitte lasst uns nicht in eine jammernde Opferrolle verfallen: wir die Guten, die Polizei die Bösen. Also, ich bin wegen der Nazis und Menschenverachter auf die Straße gegangen. Dazu gehören auch die grauen Wölfe, die ich leider nicht identifizieren konnte, da sie mir nicht bekannt waren. Die Fahne der Gruppe hat mich gewundert, doch als faschistische Gruppierung  konnte ich sie nicht ausmachen. Hier brauche ich Aufklärungsunterricht von Kundigen.



Darüber hinaus fände ich es schade, wenn wir keine weiteren Spuren in unserem Stadtteil hinterlassen würden. Dabei denke ich an das Beibehalten des Treffens, um sich über die Aktivitäten in den verschiedenen Interessensgruppen auszutauschen und um in Kontakt zu bleiben. Locker, mit Freude und Spaß - vielleicht ein gemeinsames abendliches Essen, um dem Austausch einen anderen Rahmen zu geben. Weg von Arbeit, die haben wir genug, hin zu Freude und Genuss. Dabei fällt mir der Duft von Rosen ein ...  Und bitte nicht nur wenn Marxloh in Not ist! Nur aus dem Widerstand die entscheidende Lebensqualität zu ziehen, erachte ich perspektivisch als zu eng und wenig nährend. Wir brauchen das Für als Quelle der Kraft und Inspiration für die Umsetzung unserer Bedürfnisse und Herzensanliegen. Jetzt, heute spürbar und lebbar. Unser irdisches Leben ist begrenzt und damit unsere Zeit. Hier und jetzt in Marxloh die Lebensqualität zu steigern, das wäre toll. Wer mitmachen will, ist eingeladen.


Mit dem gemeinsamen Ziel wie Hand in Hand gegen Rassismus: z.B. ein gemeinsames Herbstfest aller Demokraten und den muslimischen, christlichen und jüdischen Gemeinden in Duisburg. Das fände ich toll, mit allen zusammen auf ein großes Fest hinzuleben, auf dem jede Gruppe und Gemeinde sich und die Früchte ihre Arbeit darstellen kann und gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen angeboten werden. Das wesentliche Ziel ist, dass Menschen sich kennenlernen, Ressentiments abgebaut, Fragen gestellt werden dürfen und Verbindendes und Trennendes erlebt wird. Andere Meinungen und Denkansätze aushalten, Demokratie lernen - ohne den Verlust der eigenen Identität zu befürchten. Ein anstrengender Prozess, der Spuren hinterlässt.



Positive Spuren zu hinterlassen, wie z.B. die Aktiven aus dem Medienbunker mit ihrem "made in Marxloh" oder andere Kreative, erachte ich für unser Marxloh und damit für unsere Lebensqualität als entscheidend wichtig. Ich finde als 100 prozentige "made in Marxloh" Frau, können wir auf uns stolz sein, und selbstbewusst mit unserem Stadtteil umgehen. Wir sind kein Ghetto und kein Tummelplatz für rechte Gruppen: ob deutsch-, türkisch- oder andersstämmig, hier gibt es viele Probleme und haarsträubende Verhältnisse. Stimmt - auch. Hier gibt es tolle Menschen, die realistisch, tatkräftig und kreativ innerhalb kurzer Zeit ein riesengroßes Pensum an Arbeit und Mobilisierung geschafft haben. Bravo und danke. Und darauf können alle Aktiven und Freunde des Marxloher Bündnisses super stolz sein.

Auf das wir noch weitere Spuren hinterlassen - für Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie. 



Mit österlichen Grüßen



Margarete Wösthoff
  

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